„Mister PUMA“ begeistert im SPORTLER-Museum - Veranstaltung am 14. April 2026
Von Carsten Ahlers
Delmenhorst. Ein besonderer Abend im Zeichen des Sports bescherte dem neuen SPORTLER-Museum ein volles Haus. Im Mittelpunkt stand Helmut Fischer, ehemaliger Sportmarketing- und Vertriebsleiter beim Sportartikelhersteller PUMA – vielen bekannt als „Mister PUMA“.
Frank Scheffka, Museumsgründer und 1. Vorsitzender des Trägervereins, begrüßte die Besucher und führte durch das Programm. Fischer berichtete in Interview und Vortrag aus seiner Karriere und brachte zahlreiche Erinnerungsstücke mit, darunter Originalschuhe und Trikots aus seinem umfangreichen PUMA-Archiv mit mehr als 7.000 Exponaten.
Von den Dassler-Brüdern bis zur Trennung
Anschaulich zeichnete Fischer mit Fotos die Geschichte der beiden Sportartikelfirmen nach. 1924 gründeten die beiden Brüder Rudolf und Adolf Dassler die Schuhfabrik „Gebrüder Dassler“. Sie feierten damit große Erfolge. Der Höhepunkt war 1936 bei der Olympiade in Berlin. Hier gewann der US-Amerikaner Jesse Owens viermal Gold in den Schuhen der Brüder. Einen Originalschuh, den Owens 1936 trug, brachte Fischer zum Erstaunen des Publikums mit nach Delmenhorst. 1948 kam es zum Zerwürfnis der Brüder. Rudolf Dassler gründete PUMA, sein älterer Bruder Adolf („Adi“) die Firma adidas – eine Rivalität, die Sportgeschichte schrieb.
Anekdoten und Einblicke
Mit zahlreichen Geschichten sorgte Fischer für beste Unterhaltung. In Herzogenaurach, so berichtete er, seien Tankstellen, Bäckereien und Metzgereien einst klar einem der beiden Firmenlager zugeordnet gewesen.
Auch aus dem Spitzensport hatte er einiges zu erzählen: Fußballgrößen wie Lothar Matthäus und Berti Vogts zählen zu seinem engen Freundeskreis. Für Schmunzeln sorgte die Anekdote um Weitsprung-Olympiasieger Bob Beamon, der seinen Fabel-Weltrekord von 8,90 Metern in adidas-Schuhen aufstellte – trotz eines Vertrags mit PUMA.
Als folgenschweren Fehler bezeichnete Fischer die verpasste Zusammenarbeit mit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. 1954 scheiterte eine Einigung an einer vergleichsweise geringen Forderung von Bundestrainer Sepp Herberger von 1.000 D-Mark pro Monat – der Auftrag ging an adidas.
Die Gäste zeigten sich begeistert von den Einblicken und den mitgebrachten Originalen, darunter den Schuh, den Boris Becker 1985 bei seinem sensationellen Wimbledon-Sieg trug. Aus der jüngeren Vergangenheit brachte er den Sprintschuh mit, mit dem Usain Bolt (Jamaika) 2009 in Berlin den heute noch gültigen Weltrekord im 100m-Lauf aufstellte. Der größte Schatz, so Fischer, sei der ebenfalls in Delmenhorst präsentierte Stollenschuh von Brasiliens Legende Pelé, mit dem er 1970 zum dritten Mal Fußball-Weltmeister wurde. Zum Schluss signierte Fischer sein aktuelles Buch. Der Erlös geht an eine Wohltätigkeitsorganisation. Wie das Museum mitteilt, wird die Reihe „Sportgrößen zu Gast im Museum“ fortgeführt.
Helmut Fischer bei seinem Vortrag in Delmenhorst. Im Hintergrund ein Bild von Pelé. Foto ©Carsten Schmidt
Tennisschuh von Boris Becker (1985). Foto: Carsten Schmidt
Laufschuh von Jesse Owens (1936). Foto: Carsten Schmidt